Flock, Flier und Fleiber – Southside 07
Schönen guten Abend liebe Rockgemeinde,
Bruder Xardas beginnt endlich seinen wohlverdienten Urlaub und gestaltet den nicht nur mit Völlerei und Faulenzen… NEIN … auch mit dem Wort zum Sonntag an euch, die ihr vermutlich schon schmachtend dachtet: „Ja wat is denn nu mitm Southside“ oder „Erst scharfmachen und dann Mirgräne, oder wie?“. Und wie schon in flustigen Flog mit Flitch und Fland geht es natürlich um einen Rücklblick auf das Spektakuläre Southside 07.
Dann wollen wir mal hören, was die Jungs so erzählen und steigen direkt in die Themen ein.
Die Anreise
2 der 3 Autos waren pickepackevoll. Vor allem der von meinem Vater geliehenden Minivan, der mittels Gardinen Luftmatratze und Campingutensilien in ein möchtegern Wohnmobil umgewandelt wurde. Davon sah man allerdings bei der Anreise nicht viel, da der Wagen so vollgestopft war. Allerdings musste sich niemand zu dem Ganzen Gerümpel in den Font quetschen, das Schicksal das Mitch im anderen Auto traf. Im Prinzip war es eine gewöhnliche Anreise mit den üblichen Zwischenstops, Kolonnefahren, Stau usw. Zwei Dinge traten jedoch hervor: Erstens die Gerüchte und Nachrichten von dem Unglück auf dem Southside und zweitens der Fahrstil der weiblichen Begleiter, der sich wiederum an zwei Situationen festmachen lies. Zum einen Überholte uns plötzlich etwas kurz vor der Ankunft am Zielort und mitten im Ortsstau rechts über eine Bushaltestelle. Zum anderen schafften die jungen Damen es, obwohl sie von der Polizei bei einer der routinekontrollen rausgewunken zu werden, in weniger als einer Minute neuen Anschluss an die Kolonne zu finden. Wir Jungs warne ncihtmal mit der Absprache fertig, wie wir sie nun wieder „einfangen“, als es hies: „Guck mal innen Rückspiegel!“
Endlich am Gelände angekommen, hat der erste Einweiser mich gleich beim Bock getan und mich trotz expliziter Nachfrage mit den anderen Auto auf den Parkplatz gelotzt. Dafür hatte ich den Van aber nun nicht verkleidet. Denn ich hatte aufgrund der Wettervorhersage beschlossen, im auto zu schlafen. Ausserdem ist es von Vorteil auf dem Gelände, vielleicht in Nähe der Zelte einen zusätzlichen, abschliessbaren Stauraum zu haben. also erstmal gedreht und alleine den Weg zum Wohnmobilplatz gesucht. Das hat auch geklappt, nur leider gestalltete sich das wiederfinden der anderen etwas schwierig, das die Funkzelle für alle Netze ausser D1 vollkommen überlastet war. Doch wie der Zufall so will, befand sich mein Parkplatz ca. 200 m Luftlinie von der Zeltstadt der Truppe entfernt. Mit den Sanitären Einrichtungen in der Mitte, Puh!
Fressalien
Oh ja, wir hatten viel zu viel Futter und zu wenig Alk. Vor allem beim Grillgut hatten wir wirklich sehr viel, was meine Schuld war. Vor allem stellte sich am Sonntag, als so einige Packungen nicht mehr durch den Dasessenwirdochnochtüv gingen, raus, das viele Packungen nur bis zu dem Tag des Einkaufs haltbar waren… mit probiotischen Kulturen also. Aber da es ja den ersten Tag noch gefroren war und Rocker (oder Ex-Studenten) ja bekanntlich eine unverwüsstlichen Magen haben, gab es keine Ausfälle. Naja, mit Ausnahme unseres netten Nachbarn Rene, dessen Magenprobleme angeblich nichts mit dem Jägermeisterkonsum von Vortag zu tun hatten.
Untergebracht waren die meisten Fressalien in meinen Zelt, das nur noch mit Geduld und Spucke zusammengehalten hat, aber zumindest dicht war und seinen Zweck als Vorratskammer und Siestaunterschlupf (mittags ins auto? nöööö) bestens erfüllt hat. Die Heimreise hat es allerdings nicht mehr angetreten, soviel sei verraten. An dieser Stelle möchte ich nochmal jegliche Verantwortung für den Gammel an Mitch’s Möhren abstreiten und betonen, das mein Bier- und Grillgutodem lieblicher nicht hätte sein können.
Die Sinnflut
Das erste Opfer der Sinnflut war die große Bierkühltasche, die vollends im Modder versunken ist. Interessanterweise hat sich die Situation tatsächlich so schnell verschlimmert, das von Frühstücken in Seelenruhe (denn wir saßen ja im Trockenen) bis zum Armageddon nur ca. 1 Minute verging. Doch unsere eigenes Selbstmitleid verflog schnell, als wir gesehen haben, wo unser Grabenabwasser neue Verwüstungen anstellt und wie Neuankömmlinge mitten in diesem Unwetter versuchten, ihre Zelte aufzubauen und ihr Hab und Gut trockenzuhalten. Schlimmer gehts immer!
Die Musik
Nun aber zum wichtigsten, der Musik. Ich werde versuchen, mich auf die Konzerte zu konzentrieren, bei denen ich exklusiv von unseren 7er Gestirn gewesen bin und mich bei den anderen Konzerten auf die Aussagen von Mitch und And beziehe.
Editors & Marylin
Hier kann ich mich den Jungs nur anschliessen. Gleich zu beginn ein Highlight. Ich hatte zuvor ebenfalls nur einen Song von der Band in der vorbereitungsphase auf das Festival gehört, bin aber von dem Auftritt ebenfalls so geflashed gewesen, dass das erste Album (das neue habe ich noch nicht) mittlerweile eine festen Platz in meinem Auto gefunden hat. Da bestand auch garnicht mehr die Frage, ob man zu Marylin rüber geht, zumal ich den guten Herren schon mehrmals Live gesehen habe und das neue Programm (wie sich dann auf später bestätigte) eher langweilig war. Vom Sound ganz zu schweigen. Der Tonman gehört gehängt. Zum Glück hatten die das aus der Green deutlich besser drauf.
Porcupine Tree und Juliette and the Licks
Ähnlich flashig waren auch Porcupine Tree. Hier wurde der zuhörer in höchster Qualität mit zehnminütigen breitflächigen Stücken zugeschwallt. Soundkulissen, die an Pink Floyd erinnerten. Nach dem Auftritt stellte sich das Gefühl ein, man hätte an einer Traumreise teilgenommen. Für einen schönen Festivalnachmittag perfekt, aber nichts zum alltäglichen hören. Bei dieser Band waren wir Jungs noch alle vollständig und ich durfte erstmal die oben ohne Fraktion vor bösartigen Hautveränderungen retten und mir dann noch anhören, warum ich nicht vorher was von meiner Sonnenmilch erwähnt habe. Als wenn ich was dafür könnte, dass sie beim ersten Sonnenstrahl ihre blassen Körper entblössen.
Ganz heiss wurde mir dann bei Juliette and the Licks, wo ich mir unverständlicher Weise aber alleine hingehen musste. In weiser vorraussicht war der Kilt wieder durch eine Hose inkl. schicklicher Unterbekleidung gewichen, denn sonst hätte es peinliche Szenen geben können. Ums vorweg zu nehmen: Die Sängerin von den Sounds ist verglichen mit Juliette so sexy wie Mutter Beimer im Vergleich zu Pamela Anderson. Das Outfit bestand aus einer angewachsenen Latexhose und einem Fliegengitteroberteil, was wohl sehr atmungsaktiv, aber auch ziemlich durchsichtig war. Dazu kam eine indianerfeder und etwas Kriegsbemalung. Aber das Äußere machts ja nicht. Es ist das Auftreten.
Diese Frau ist Rock! Ich habs bis ca 5 m an die Bühne geschafft und mich in einem der besten Moschpits der ganzen Festivals wiedergefunden. Ein Riesenspass. Weniger lustig war, das ich meine Lieblingsrockjacke in diesem Moschpit verloren habe und das erst sehr spät festgestellt hab. Also wurde von nun an mit dem Blick nach unten gerockt und alle möglichen Leute angequatscht, ob da irgendwo ne Jacke sei. Und tatsächlich: Nach Runden hatte ich sie wieder und dann gabs kein Halten mehr. Dieser Auftritt war in Sachen Funfaktor meine Nr. 1.
So, an dieser Stelle ist erstmal Schluss: Mehr vom Samstag und Sonntag gibts in zweiten Teil des Rückblicks.
Bis denne!